Wer eine Kreuzfahrt plant, sollte sich vorab genau informieren, welche Gegenstände an Bord erlaubt oder verboten sind. Grundsätzlich verfolgen alle Reedereien dasselbe Ziel: maximale Sicherheit für Passagiere, Crew und Schiff. Dennoch setzt jeder Carrier die Vorschriften unterschiedlich streng um. Während einige Reedereien bei bestimmten Alltagsgegenständen noch Spielraum lassen, verfolgen andere eine kompromisslose Null-Toleranz-Politik. Besonders deutlich werden die Unterschiede bei elektrischen Geräten, Alkohol, Drohnen oder auch Lebensmitteln. Manche Reedereien erlauben begrenzte Mengen oder genehmigen Ausnahmen auf Anfrage, andere verbieten die Mitnahme vollständig – unabhängig von Route oder Kabinenkategorie. Auch bei Sicherheitsrisiken wie Waffen, Drogen oder Heizgeräten variieren Kontrollintensität und Konsequenzen erheblich. Hinzu kommen spezielle Vorschriften abhängig vom Fahrtgebiet. Expeditions- und Fernrouten unterliegen häufig strengeren Umwelt- und Biosicherheitsregeln, wodurch etwa Pflanzen, Erde oder tierische Produkte komplett untersagt sein können. Wer gegen Bordregeln verstößt, riskiert nicht nur die Beschlagnahmung der Gegenstände, sondern im Extremfall auch den Ausschluss von der Reise oder eine Blacklist bei der Reederei. Ein sorgfältiger Vergleich der Regelwerke vor Reiseantritt ist daher unerlässlich, um Probleme beim Check-in oder während der Kreuzfahrt zu vermeiden.
Heizgeräte zählen auf allen Kreuzfahrtschiffen zu den sensibelsten Gegenständen. Bügeleisen, Tauchsieder, Heizplatten, Kerzen oder andere Geräte mit offenem Heizelement sind grundsätzlich verboten. Ein Brand auf See stellt ein deutlich höheres Risiko dar als in einem Hotel an Land.
AIDA: Sehr strikte Auslegung. Auch Geräte mit integrierten Heizelementen – etwa bestimmte Kaffeemaschinen – können untersagt sein.
Mein Schiff: Eigene Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabel sind nicht erlaubt. Föhne sind in der Regel in der Kabine vorhanden.
Hapag-Lloyd Expedition: Besonders strenge Brandschutzrichtlinien aufgrund kleinerer Schiffseinheiten und abgelegener Routen. Heizgeräte sind vollständig untersagt.
Auf allen drei Reedereien gilt eine Null-Toleranz-Politik. Illegale Drogen sind ausnahmslos verboten. Auch medizinisches Cannabis ist grundsätzlich nicht erlaubt – unabhängig von der Gesetzeslage im Heimatland.
AIDA: Expliziter Hinweis auf internationale Hafen- und Zollbestimmungen. Auch CBD-Produkte können problematisch sein.
Mein Schiff: Verweis auf Flaggenstaat und Zielgebiete. Verstöße führen zum sofortigen Reiseausschluss.
Hapag-Lloyd Expedition: Besonders strikt aufgrund internationaler Umwelt- und Grenzschutzauflagen (z. B. Antarktis-Verträge).
Beim Thema Alkohol unterscheiden sich die Regelungen leicht.
AIDA: Begrenzte Mitnahme unter bestimmten Bedingungen möglich (z. B. 1 Liter pro Person bei Wiedereinschiffung, je nach Route).
Mein Schiff: Meist vollständiges Verbot bei Einschiffung.
Hapag-Lloyd: Regelungen variieren je nach Expedition, in der Regel jedoch restriktiv.
Alle drei Reedereien verbieten Waffen jeglicher Art: Feuerwaffen, Munition, Messer über 10 cm Klingenlänge, Pfefferspray, Elektroschocker, Schlagwaffen sowie Waffenattrappen.
AIDA: Sehr detaillierte Liste (u. a. Wurfsterne, Armbrüste, Gaswaffen).
Mein Schiff: Zusammenfassung unter „Gegenstände, die als Offensivwaffe geeignet sind“.
Hapag-Lloyd Expedition: Zusätzliche Kontrollen wegen abgelegener Einsatzgebiete.
Frische Lebensmittel wie Fleisch, Obst oder Gemüse sind grundsätzlich nicht erlaubt. Industriell verpackte Trockenware ist meist zulässig. Babynahrung wird in der Regel akzeptiert.
Hapag-Lloyd Expedition: Besonders strenge Bio-Sicherheitsauflagen in sensiblen Naturgebieten – keine Samen, keine Erde, keine Naturmaterialien.
AIDA: Drohnen verboten. Funkgeräte, Satellitentelefone, EPIRBs und Hoverboards untersagt.
Mein Schiff: Eigene Mehrfachsteckdosen verboten. Drohnen meist nur an Land erlaubt.
Hapag-Lloyd Expedition: Satellitentelefone und Funktechnik nicht gestattet. Drohnen häufig komplett untersagt – besonders in Polarregionen.
Benzin, Brennspiritus, Bleichmittel, entzündliche Flüssigkeiten und Druckgasbehälter sind bei allen drei Reedereien verboten. Expeditionsreisen unterliegen zusätzlich besonders strengen Umweltauflagen.
Eigene Fahrräder sind bei AIDA und Mein Schiff grundsätzlich nicht erlaubt. Segways, Hoverboards und E-Scooter sind untersagt.
Hapag-Lloyd Expedition: In Einzelfällen individuelle Genehmigung möglich – abhängig von Route und Sicherheitskonzept.
AIDA: Komplettes Verbot.
Mein Schiff: Nutzung meist nur an Land erlaubt.
Hapag-Lloyd Expedition: In Polarregionen häufig vollständig untersagt.
Haustiere sind grundsätzlich nicht erlaubt.
AIDA & Mein Schiff: Assistenzhunde unter strengen Auflagen und mit vorheriger Anmeldung gestattet.
Hapag-Lloyd Expedition: Individuelle Prüfung je nach Route und Umweltauflagen.
Während klassische Kreuzfahrtschiffe wie AIDA und Mein Schiff ihre Verbote vor allem aus Sicherheits- und Brandschutzgründen aussprechen, unterliegen Expeditionsschiffe von Hapag-Lloyd zusätzlich internationalen Umwelt- und Naturschutzbestimmungen. Besonders in sensiblen Regionen wie der Arktis oder Antarktis gelten deutlich strengere Vorschriften.
Vor jeder Reise empfiehlt es sich, die aktuelle Bordordnung der jeweiligen Reederei sorgfältig zu prüfen. So vermeiden Sie Verzögerungen bei der Einschiffung und starten entspannt in Ihre Kreuzfahrt.
Lesen Sie auch unsere ausführliche Übersicht zu Packlisten für verschiedene Kreuzfahrten und Jahreszeiten. .